Ernährung, Hundeblog

Purinarme Ernährung bei Hunden

Purinarme Ernährung bei Hunden? Manche werden jetzt denken: was’n das wieder für ein neumodischer Mist!? Aber der Eine oder Andere wird vielleicht schon einmal davon gehört haben und warum sie für manche Hunde so wichtig ist … 

In der Tat gibt es Hunde, die haben mit Purinen so ihre Probleme. Hunde mit Leishmaniose zählen häufig dazu. Auch Hunde mit Gicht. Und Dalmatiner mit ihrer rassebedingten Stoffwechselbesonderheit sowiso. Lotte ist übrigens einer. Daher ist die purinarme Ernährung für uns aus ganz persönlichen Gründen ein so wichtiges Thema.

Was sind eigentlich Purine?

Wir wussten es anfangs auch nicht so gaaanz genau und mussten uns erst einmal schlau machen – Wikipedia sei Dank! Purine sind organische Verbindungen, die als Teil des Zellkerns in allen Lebensmitteln vorkommen und vom Körper selbst gebildet werden. Daneben werden sie auch über die Nahrung aufgenommen. Insbesondere Lebensmittel tierischer Herkunft enthalten sehr viele Purine. Haut und Innereien weisen hier die höchste Konzentration auf. 

Überschüssiges Purin wird normalerweise zu Harnsäure abgebaut, in Allantoin umgewandelt und schließlich über die Nieren ausgeschieden. 

Purine beim Dalmatiner

Der Dalmatiner hat einen rassebedingten Gendefekt und kann Purine nicht richtig abbauen bzw. die Harnsäure wird nicht in Allantoin umgewandelt. Er scheidet also zuviel Harnsäure aus. Als einzige Hunderasse weist er diese Besonderheit auf. Diese erhöhten Harnsäurewerte können allerdings zu einer Schädigung der Niere führen und begünstigen die Bildung von Urat- und Struvitsteinen. Ein Dalmatiner sollte daher unbedingt purinarm und eiweißreduziert ernährt werden. Weitere detaillierte Infos dazu gibt es hier: https://www.dalmatiner-deutschland.de/index.php/hanrsaeureproblematik

Purine bei Leishmaniose

Hunde, die an der Mittelmeerkrankheit Leishmaniose leiden, erhalten oftmals das Medikament Allopurinol. Es verhindert ein Synthetisieren der Purine. Die Leishmanien, die diesen Nährstoff benötigen, können sie sich so nicht mehr weiter vermehren und ein Voranschreiten der Leishmaniose wird somit verhindert. Allerdings hemmt Allopurinol als Nebenwirkung das Enzym Xanthinoxidase, das wiederum für den Abbau von Purin notwendig ist. Somit kann ein Hund, der Allopurinol erhält, Purine nicht mehr ausreichend abbauen und sollte daher ebenfalls purinarm ernährt werden. 

Purine und Gicht

Manche werden es vielleicht kennen: eine sehr fleischlastige Ernährung kann zu schmerzenden Gelenken führen. Durch Lebensmittel, die viel Purine enthalten, steigt der Harnsäurespiegel im Blut an. Ist der Körper nun mit der Ausscheidung der Harnsäure überfordert, bildet er Harnsäurekristalle. Diese lagern sich dann im Körper – vorzugsweise in den Gelenken – ab und können dort zu Entzündungen führen. Ein klassischer Gichtanfall. Ich persönlich kenne das sehr gut und versuche seither meine Ernährung darauf abzustimmen. Für Hunde die unter Gicht leiden kann eine Umstellung auf purinarme Ernährung durchaus sinnvoll sein. 

Stark purinhaltige Lebensmittel:

  • Innereien
  • Haut und Bindegewebe
  • getrocknete Kausnacks wie z.B. Rinderohren
  • Pferdefleisch
  • Thunfisch
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Kohl
  • Fleischbrühe

Wenig Purin enthalten:

  • Eier
  • reines Muskelfleisch
  • Geflügelfilet ohne Haut
  • Fischfilet ohne Haut
  • Milchprodukte (z.B. Hüttenkäse)
  • Reis
  • Nudeln
  • Kartoffeln
  • Gemüse

Purinarme Ernährung bei Hunden – Fertigfutter oder selbst gekocht?

Viele Fertigfuttersorten enthalten einen hohen Anteil an Purinen. Warum? Nicht selten wurden Innereien und Haut mitverarbeitet. Hier aber ist die Purinkonzentration am höchsten. Und selten ist der Puringehalt des Futters überhaupt angegeben. Somit lässt sich oft nur bei einer selbst zusammengestellten Mahlzeit bestimmen, wieviel von was wirklich drin ist. Bereits vor vielen Jahren haben wir uns daher entschieden, das Futter für Lotte und damals noch für Martha selbst zuzubereiten.

Auf folgendes achten wir dabei:

  • wir füttern generell weniger Fleisch
  • hochwertiges Öl als Omega-3 Lieferant
  • Futterzusatz z.B. von Futtermedicus
  • getrocknete Kausnacks in Maßen

Normalerweise ist das Verhältnis Fleisch zu Gemüse bzw. Obst bei einer klassischen BARF-Ration etwa 80:20. Die Mahlzeit besteht also zu 80% aus Fleisch, Fisch, Innereien und zu 20% aus Gemüse oder Obst. Unsere Mahlzeit für Lotte besteht im Gegensatz dazu etwa zur Hälfte aus Muskelfleisch und zur anderen Hälfte aus Gemüse/Obst und einer Kohlenhydratquelle wie zum Beispiel Reis, Kartoffeln oder Nudeln. Das verträgt sie sehr gut. Da wir weitestgehend auf Innereien verzichten, ergänzen wir auch gerne mit Dorschlebertran. Der enthält viel Vitamin A und D und gleicht die fehlenden Innereien aus. Mit dem Zusatz von Futtermedicus sind wir auf der sicheren Seite.

Generell ist natürlich auch die Fütterung mit einem Nass- oder Trockenfutter möglich, aber der Markt bietet noch keine wirklich große Auswahl an explizit purinarmen Sorten. Wer sich dafür entscheidet, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass das Futter frei von Farbstoffen, Stabilisatoren, Lockstoffen und Geschmacksverstärkern ist. Der Rohproteingehalt sollte sich zwischen 14 und max. 20% bewegen. Beim älteren Dalmatiner eher noch darunter. Auch der Phospatgehalt sollte eher niedriger ausfallen.

Hier findest Du eine Tabelle der Purinwerte:
Purintabelle.de

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